Das Westbank-Dilemma

Vor einigen Tagen veröffentlichten sämtliche israelischen Zeitungen die Meldung, Vertreter der Arabischen Liga, genauer der Außenminister von Katar, hätten erstmals „minor landswaps“, sprich geringfügigem Gebietsaustausch als Resultat einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Israel und den Palästinensern zugestimmt. Auch amerikanische Medien und Politiker, allen voran Außenminister Kerry, äußerten sich sehr erfreut über dieses Ergebnis.

In Israel begann die Debatte darüber, ob geringfügiger Gebietsaustausch wirklich zu Frieden führt, internationale Medien lobten das Entgegenkommen der Arabischen Liga und die Palästinenser äußerten die Befürchtung, die Arabische Liga würde hinter ihrem Rücken übermäßige Eingeständnisse machen. Der bisherige imaginäre „Stand der Verhandlungen“ wäre Weiterlesen

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Sehr geehrter Uli Hoeneß…

Sehr geehrter Herr Hoeneß,

in den letzten Tagen stehen Sie wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung. Nicht wegen sportlicher oder wirtschaftlicher Erfolge, sondern wegen Steuerhinterziehung; der einzigen Straftat, für die man hierzulande die Todesstrafe gerne wieder einführen würde.

Bevor ich jedoch darauf eingehe, möchte ich mich zunächst bei Ihnen bedanken. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mein BAföG bezahlen, meine Studiengebühren übernehmen, meinen Eltern vor zwanzig Jahren den Deutschkurs finanzierten und Weiterlesen

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Buchrezension: Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter

Eigentlich lese ich keine Gegenwartsliteratur. Es kommt mir immer vor wie Zeitverschwendung, ein Buch aufzuschlagen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit keine mit Klassikern vergleichbare Qualität bietet. Vielleicht ist das dumm und man sollte Gegenwartsliteratur lesen, wenn man die heutige Zeit verstehen will. Aber bisher habe ich immer lieber ein drittes und viertes Mal meine Anna Karenina aufgeschlagen, als zu Hugendubel zu gehen.

Irgendwann sah ich, dass eine Facebook-Freundin ein Buch veröffentlicht hatte und bald hatte ich es in der Hand, kostenlos vom Verlag zugeschickt und um Rezension gebeten. Es sind nur etwas mehr als 120 Seiten, die man in der Hand hält. Der Titel – „Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter“ – und der Klappentext haben mich interessiert, aber nicht begeistert. Holocaust, Drogen, Istanbul…ungewöhnlich. Weiterlesen

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1€ für die Ewigkeit

Der GEZ-Beitrag erhitzt seit einiger Zeit unsere Gemüter. Zu beobachten ist dabei eine formal interessante Debatte. Auf das Argument der Gegner, eine Zwangsgebühr sei nicht gerecht, erwidern die Befürworter, das Erste wäre immer noch besser als RTL. Offenbar wissen sie, oftmals Politiker, dass es ihnen nicht gelingen kann, das Prinzip an sich zu verteidigen. Der Begriff der „Demokratieabgabe“ ist grandios gescheitert; selten hat man solche Selbstüberschätzung fallen sehen. Weiterlesen

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Stalin oder die guten, alten Zeiten

Gérard Depardieus Russifizierung verhalf meinem Geburtsland wieder einmal zu Schlagzeiten in allen bedeutenden Medien. Nun steht er in einer Reihe mit anderen bedeutenden Russen, die zwar etwas weniger begeistert von der heimischen Demokratie waren, aber dennoch die Vaterlandsliebe mit ihm teilen. Tolstoi, Eisenstein, Tschaikowsky, Puschkin – und Depardieu. Nicht ohne Stolz sage ich diesen Namen. Noch größere Freude bereitet die Affäre mit dem alkoholkranken Weinliebhaber jedoch der russischen Opposition, die nach mühseliger, wenig progressiver politischer „Arbeit“ nun wieder etwas hat, was jeder versteht, was auch ohne Kommentar witzig ist und mit erst Recht. Weiterlesen

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Niemand will den Palistaat

Am 29.11.2012 werden die Palästinenser von der UN-Vollversammlung den Beobachterstatus erhalten. Das ist natürlich weder erstaunlich noch dumm – aus der Sicht Mahmud Abbas und der UN. Wem das schadet, liegt aber ebenfalls auf der Hand. Israel, den Palästinensern (Abbas und Co. ausgenommen) und all denen, die für eine Zwei-Staaten-Lösung kämpfen. Weiterlesen

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Hamburger Hatikva

Ein Gastbeitrag von Sara Klatt

Hamburg hat eine Solidaritätskundgebung für Israel (“Wir erklären uns solidarisch mit den vom islamistischen Terror bedrohten Menschen in Israel, aber auch in Gaza, Libanon, im Iran und dem Rest der Welt!”) auf die Beine gestellt.

Am Grindel, dem jüdischen Viertel Hamburgs, standen also ca. 200 Leute, mit Israel-Flaggen bewaffnet und von Scharen von Polizisten umringt, die eine alte, verrückte Dame – offensichtlich antisemitisch angehaucht – davon abhalten wollten, jeden Satz der Redner laut lachend zu kommentieren und sich auf fünf linke Pseudo-Provokateure Weiterlesen

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