Liberales Aufhorchen

Lasset Gewalt nicht siegen

Wo Ihr mit Gewalt siegen könnt

Der  Hauptfeind des Weltgutmenschentums beschäftigt sich mit seinen nächsten Präsidentschaftswahlen und die Republikaner sind dabei, einen würdigen Kandidaten zu bestimmen, der den Erlöser…ablösen soll.

Ich, ein erklärter Freund der Republikaner verfolge den Vorwahlkampf gespannt, freue mich über die inhaltliche Vielfalt der Kandidaten, obwohl ich dabei meinen Blick immer von den Bürgerrechten abwenden muss, geschweige von den religiösen Vorstellungen der Republikaner.

Ich will es klar sagen:  Aus liberaler Sicht ist dieses radikale Christentum mit seinen kreationistischen Vorstellungen, der Feindschaft gegenüber den Homosexuellen sowie seinen Einschränkungen von Forschung und Innovation nicht tragbar.

Dennoch unterstütze ich die Republikaner, da ich den Bundesstaaten (zumindest einigen) mehr Liberalismus zutraue, als jedem Präsidenten und erst recht vertraue ich intellektuellen Metropolen wie NYC. Offenbar liegt die Verantwortung, aus den USA ein wahrlich liberales Land zu machen, nicht beim Staatsoberhaupt. Die republikanische Tugend ist das Streben nach einem sogenannten small government, welches seiterseits dem Streben nach Glück, der amerikanischen Urmaxime, nicht im Weg stehen soll.

Mein Wohl hängt jedoch weniger von der US-Innenpolitik ab, als vielmehr von deren Außenpolitik. Ich will eine stabile und freie Weltordnung. Ich will, dass Diktaturen bekämpft werden. Ich will, dass wir in Sicherheit leben können. Ich will, dass Minderheiten nicht unterdrückt werden.  Ich will, dass Israel als jüdischer Staat sicher existieren kann.

Deshalb will ich die USA – ohne wenn und aber  – als Weltpolizei.

Mit all ihren Vor- und Nachteilen schaffen es die USA, uns vor übermäßigem Einfluss extremistischer Mächte zu schützen, die uns gerne etwas anders hätten, als wir es sind. Sicherlich, die USA tun dies nicht aus Altruismus, da bin ich kein Idealist; aber erwarte ich Altruismus? Keineswegs. Ich bin lediglich dankbar dafür, dass es einen demokratischen und uns wohlgesinnten Staat gibt, der seine Netze soweit gespannt hat, dass wir unmittelbar und mittelbar davon profitieren können.Doch es gibt einen Kandidaten, der für die USA sicherlich die größte Freiheit bedeuten würde und somit als beinahe Libertärer gilt. Die Rede ist von Ron Paul.

Dieser wirbt schon seit Jahrzehnten ungebrochen für seine Ideen und so schön sie für die amerikanischen Libertären auch klingen mögen, für mich als Deutschen, Europäer, Israel-Freund oder gerne auch Weltbürger, sind seine Ziele furchtbar.
Ron Paul würde im Falle einer Präsidentschaft nämlich beinahe den kompletten Kontakt zur Außenwelt kappen und die US-Politik ganz auf sich selbst konzentrieren.
Das heißt: Keine Militäreinsätze, keine finanziellen Hilfen, keine internationale Vormachtstellung der USA mehr in der Welt. Er will mit uns handeln, uns bereisen und netten Umgang pflegen, aber keineswegs für uns verantwortlich sein.
Und verdammt, Ich verstehe ihn.
Aber in meiner Position wäre Ron Paul als US-Präsident ein furchtbarer Albtraum. Ein Austritt der USA aus Nato und UNO, sowie alle weiteren Umsetzungen der Monroe-Doktrin würden zu einem riesigen Machtvakuum führen, dass von den „nächstbesten“ Alternativen auszufüllen versucht werden würde. Diese sind global gesehen: China, Russland. Regional: Türkei im Nahen Osten, die restlichen BRIC-Staaten in jeweils ihren Regionen und jeder andere, der seine imperialistischen Träume gerne ausleben würde.
Oh, ich vergaß: Das weltweite Wohl wird ja ebenfalls von UNO und EU gesichert. Doch da die UNO sich hauptsächlich mit dem (Un)Wohl von 7 Millionen Israelis beschäftigt und die restlichen 7 Milliarden Menschen vergisst, während die EU weit von einer politischen Einheit entfernt ist und am lautesten die inkompetenten Stimmen des Sozialistenbundes des EU-Parlaments zu hören sind, lasse ich diese beiden Akteure bei der eventuellen Ausfüllung des Vakuums lieber außen vor.

Und für alle Freunde Israels: Ron Paul bekommt nicht nur Spenden von allen möglichen Radikalen, sondern trifft sich auch gerne mit Vertretern der Naturei Karta (nein, keinen deutschen Politikern ;-)) und bezeichnet den Gazastreifen als Konzentrationslager.

Aus inbrünstigstem Egoismus fordere, nein flehe Ich: Verschont uns von Ron Paul!

Einige ansehenswerte Links:

http://www.commentarymagazine.com/2012/01/09/ron-paul-zionism-advice-neturei-karta/

http://spectator.org/blog/2012/01/09/ron-paul-and-the-anti-zionists

http://ef-magazin.de/2012/01/04/3340-aus-israel-waehlt-ron-paul-und-lasst-mein-volk-ziehen (Freak)

http://www.cbsnews.com/8301-503544_162-57330050-503544/ron-paul-israel-can-take-care-of-itself/

http://www.americansforisrael.com/prominent-jewish-economist-has-shocking-things-to-say-about-ron-paul/ (seltsame Argumentation, besser gesagt falsche Argumentation)

Über filipppiatov

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2 Antworten zu Liberales Aufhorchen

  1. Leo schreibt:

    Wenn du die USA zum Weltpolizisten erklärst, missachtest du vollkommen, dass die USA über weite Teile der Welt in nicht lang vergangener Zeit bereits eine solche Dominanz ausüben konnten und nicht einen Schritt in Richtung einer freien Welt, in der sich der Einzelne auf sein universelles Recht berufen kann, gegangen sind. Die USA haben sich – selbst heute – nicht von ihrer Rolle des politisch „Unabhängigen“ getrennt und agieren meist zum Selbstzweck.
    Ein Wort zu den Republikanern: ich finde es schwer, zu verstehen, wie man als aufgeklärter Mensch angesichts der aktuellen Positionen, die teils scheinen, als wolle man einen Kreuzzug zur Reconquista der Welt („Handelskrieg gegen China“) noch Sympathien für diesen fundamentalistischen „Haufen“ haben kann.
    Das sind meiner Deutung nach Verfallserscheinungen einer Nation, die nicht glauben mag, dass ihr Traum am Hochmut geplatzt ist.
    In dieser Dekadenz werden die USA nie die Rolle annehmen wollen, geschweige denn können, die du ihnen zudenkst.
    Normativ: Eine Ordnung, durch den Stärksten geschaffen und von seinem Wohlwollen abhängend ist de facto eine Autokratie.
    Eine wirklich freie Welt, in der sich die Minderheit auf ihr Recht berufen kann, erwirkst du nicht durch einen ideologisch motivierten Zwang, weil der erste Gedanken dem zweiten elementar zuwider ist, sondern durch ein allgemeines Bekenntnis zur Freiheit.

  2. lightem schreibt:

    Vor 70 Jahren haben die USA Europa von den Nazis befreit, sich um die europäische Wirtschaft gekümmert und waren dann 45 Jahre damit beschäftigt, den Sowjets nicht die Weltherrschaft zu überlassen.
    Mit Unabhängigkeit hat das, was du schreibst, übrigens nichts zu tun, ganz im Gegenteil: Ein unabhängiger Staat verfolgt eigene Interessen, während ein abhängiger Staat dies nicht tun kann.
    Du bist sichtlich unzufrieden mit den USA und wirfst ihnen alles mögliche vor. Was du vergisst: Alles ist relativ. Was man der USA anlasten kann, funktioniert bei den anderen Staaten wesentlich besser.
    Noch eine Sache, die man verstehen muss: Realpolitik ist keine Ideologie und funktioniert anders, als ein einzelner Mensch es tut. Die US-amerikanische Politik ist weder von Hochmut geleitet, noch von Altruismus. Selbstverständlich richtet sie sich nach den eigenen Interessen. Wir haben das Glück, viele Interessen der USA zu teilen und das Pech, uns nicht selbst um unser Interesse kümmern zu können. Die schiere UNFÄHIGKEIT von EU und UN lässt sich aber leider nicht den USA ankreiden.

    Zu den Republikanern. Es ist schon sehr vermessen, die Republikaner nicht ernst zu nehmen. Schau dir doch bitte die TV-Debatten des republikanischen Vorwahlkampfs an. Romney, Gingrich, Santorum und Paul sind keinesfalls ein Haufen. Natürlich kann man gerne weiterhin über die verblendeten, aggressiven Populisten lachen, die an seltsame Sachen glauben. Besser wäre es, sich ein wenig mit der Materie zu beschäftigen. Ein Zitat wie „Handelskrieg gegen China“ als Argument zu bringen, ist zwar hübsch zu lesen, aber an Populismus nicht zu überbieten.

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