Bequeme Wahrheit

Wär die Welt nur logisch und vielleicht gerecht

Hasste man uns nicht wegen unsrer Nasen

(Schlimmer ist doch der Charakter!)

Nein, ihr erkennet uns an unsren Haaren

Und jaget uns wie Hasen

Es gibt, wie soll man es am besten formulieren, An…, nun, ohne jemanden angreifen zu wollen, Anti…Ich meine niemanden persönlich, Antisemitismus. In Deutschland.

So, das Wichtigste wurde gesagt. Es gibt also immer noch Menschen, auch in Deutschland, die Juden hassen. Aktiv, passiv, bewusst, unbewusst, aus persönlichen Gründen oder aus persönlichen Gründen von Bekannten/Verwandten/Vorfahren.

Nun existiert sogar eine 200-seitige Zusammenfassung aller antisemitischen Tendenzen in Deutschland. Nein, es ist nicht „Mein Kampf“.

Die Rede ist von einem Expertenbericht des BMI’s, das gerade veröffentlicht wurde und möglicherweise den Unbeteiligten die Augen öffnen soll, während die ewig Beteiligten empört zum Kampf gegen Judenfeindlichkeit aufrufen werden.

Ändern wird er wohl nichts, auch wenn Ich die gute Absicht vielleicht, oder auch nur die Arbeit, die dazu nötig war und einfach die schiere Existenz dieses Berichtes würdigen und loben muss.

Dass er nichts ändern wird, liegt nicht am Bericht selbst. Der Antisemitismus ist ein perfektes System. Sozusagen der Kapitalismus ohne Krisen und arme Menschen. Kein Bericht dieser Welt hat ihn abwehren können, keiner wird es tun.

Die Antisemiten werden den Bericht sowieso nicht annehmen, wie sie es eigentlich tun sollten. Islamisten und Nazis werden ihn nicht lesen, wozu auch, und die gemäßigten Judenhasser sehen die Nürnberger Gesetze als größtes anti-antisemitisches Manifest. Denen folgte bekanntlich der Holocaust und nach dem Holocaust darf man Juden nicht mal als Juden bezeichnen, geschweige denn benachteiligen (…Mittlerweile sind es ja die Juden, die andere benachteiligen…).

Wozu auch Juden hassen, wenn man eh noch keinen gesehen hat. Gibt wenige, tarnen sich gut, haben auch noch Angst. Die einzigen, die nichts gelernt haben, sind die Israelis, die gerade Holocaust 2 mit den Palästinensern veranstalten, die deshalb  nicht mal auf über 10% Wirtschaftswachstum kommen.

Verrückte Welt eben.

Bitter und ironisch wird es, wenn man den SPON-Artikel zum Bericht liest, der selbstverständlich nur wahlweise aus dem Bericht zitiert nichts über einseitige Berichterstattung zum Nahostkonflikt schreibt, ja Israel nur einmal im Zusammenhang mit radikalen Islamisten erwähnt und völlig zu sagen vergisst, dass Antizionismus der neue Antisemitismus ist. Man differenziert ja zwischen den Juden und Israel und hält jegliche Erwähnung offenbar für überflüssig.

Vielleicht spart man sich aber auch nur ein paar Zeilen für einen Artikel anderer Art:

„Auge um Auge, Zahn um Zahn…“

Zitate aus dem Bericht:

„Bereits nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 und mehr noch nach dem ersten Libanonkrieg 1982 hat sich in großen Teilen der deutschen Gesellschaft ein Stimmungswandel hin zu einer einseitig kritischen, wenn nicht gar negativen Haltung gegenüber Israel angedeutet.“

„. Seit Beginn der Zweiten Intifada im Herbst 2000 legt die Entwicklung den Schluss nahe, dass es heute legitim, manchmal sogar en vogue erscheint, eine antiisraelische/antizionistische Haltung einzunehmen. Damit schleichen sich antisemitische Denkstrukturen mehr und mehr in den öffentlichen und privaten Diskurs ein und werden von Gesellschaft, Politik und Presse seltener thematisiert und kritisiert. “

„[…]als über 44 Prozent der Befragten der Aussage zustimmten: „Bei der Politik, die Israel macht, kann ich gut verstehen, dass man etwas gegen Juden hat.“ “

„Die Präsenz des Nahostkonfl ikts in den Medien, linke Diskurse mit einer zum Teil unwidersprochen einseitig propalästinensischen Haltung, die sich in der Berichterstattung niederschlagen und damit auch im Mainstream verfestigen, und eine Gleichsetzung von Israelis und Juden tragen dazu bei, jüdische Bürger des Landes zu stigmatisieren, um eine negative Haltung oder gar den Hass gegen Israel auszuleben.“

„Als Täter würde in erster Linie Israel und als Opfer die Zivilbevölkerung im Libanon dargestellt. Israelische Soldaten seien ständig im Bild, Hisbollah-Kämpfer hingegen würden kaum gezeigt.“

„ Einseitige Zuschreibungen an die „Israelis“ als Verantwortliche für die Eskalation des Konfl ikts kann im Sinne einer Opfer-Täter-Umkehr, die andeutet, die ehemaligen Opfer des Nationalsozialismus seien nun zu Tätern geworden, durchaus Wirkung auf latent vorhandene antijüdische Ressentiments haben.“

„Vergeltung – Rache, das sind Attribute, die einige Medien immer wieder Israel zuschreiben. Besonders zugespitzt erfolgt dies, wenn Israel nach dem falsch interpretierten Bibelzitat unterstellt wird, eine Politik „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu verfolgen. Das Zitat wird von Politikern, TV-Dokumentationen und in vielen deutschen Zeitungen nicht nur, aber doch auffällig oft im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt verwendet.“

„Indirekt wird hier die These kolportiert, Israel zu kritisieren, sei ein Tabu, beziehungsweise eine unterstellte „jüdische Lobby“ würde jegliche Kritik unterbinden. Hier zeigt sich, dass es nicht um eine kritische Beurteilung des Sachverhalts geht, sondern vielmehr darum, wie eine solche Kritik geäußert wird und ob sie möglicherweise antisemitische Klischees transportiert.“

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/Politik_Gesellschaft/EXpertenkreis_Antisemmitismus/bericht.pdf?__blob=publicationFile

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810766,00.html

Über filipppiatov

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2 Antworten zu Bequeme Wahrheit

  1. picard2606 schreibt:

    Lieber Filipp,

    so würde ich auch gerne schreiben können. Kompliment. Da sag noch einer, Blogs lesen wäre nicht bewußtseinserweiternd.

    Ausnahmsweise habe ich nichts hinzuzufügen.

  2. oskar79 schreibt:

    Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
    (Konrad Adenauer)
    Mehr kann man dazu nicht sagen……

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