Warum Grass nicht nach Israel darf

Nach der kurzen und erfreulichen Phase der Grass-Kritik kommt nun der Jojo-Effekt. Das Einreiseverbot Grass‘ nach Israel lässt viel Platz für unterschwellige Zustimmung mit dem deutschen „Dichter“ und erlaubt den hiesigen Freunden Israels, den jüdischen Staat in seine engen Schranken zurückzuweisen.

Dennoch ist das Einreiseverbot gerechtfertigt, da es absolut notwendig ist. Bevor man über das intolerante, intellektuell bankrotte Vorgehen der israelischen Regierung urteilt, sollte man sich zuerst an Grass‘ Gedicht erinnern. Günter Grass übte keine Kritik, er bot keine Alternative an, erteilte keinen Rat. Er degradierte Israel zu einem nuklearen Amokläufer, zur größten Gefahr für die Welt und spuckte damit der israelischen Demokratie, pluralistischen Gesellschaft und Existenzberechtigung ins Gesicht. Das tat er als ehemaliges Mitglied der Waffen-SS.

Weshalb ist das Einreiseverbot also notwendig? Warum reagiert man nicht gelassener, ignoriert den alten Mann? Grass ist ein alter Mann, leider ist er aber auch Nobelpreisträger und renommierter Schriftsteller mit weltweitem Bekanntheitsgrad.

Netanyahu und Kollegen geht es nicht darum, Grass‘ Hintern von den Stränden Tel Avivs und den Hummusiyas von Abu Gosh zu verbannen. Er stellt weder für das Nachtleben, noch für den Shabbat oder das (blutrünstige) Pessachfest eine Bedrohung dar. Es muss also etwas anderes sein.

Günter Grass reist nicht wie Sie und Ich. Erst recht nicht ins Heilige Land. Grass würde eine Reise nach Israel dazu nutzen, um seine Person zu rehabilitieren und gleichzeitig seine politischen Positionen zu bekräftigen.

Er würde sich mit Vertretern der israelischen „Friedensbewegung“ treffen und all seine jüdischen Alibi-Freunde einschalten, die vermutlich schon Schlange stehen, um seine Weste wieder weiß zu waschen. Grass würde wie ein Freund Israels durchs Land reisen, gleichgesinnte Irre mit Kippa auf dem Kopf treffen und sich somit seinen alten Status einverleiben. Es gäbe symbolische Fotos vor der Klagemauer, womöglich mit der Neturei Karta. Er könnte einen Zettel in die uralte Mauer stecken, vielleicht sein Gedicht? Natürlich würde Grass auch nach Yad Vashem gehen, der alte Antifaschist. Er würde das Denkmal für die Kinder besuchen und mit allen anderen trauern.

Danach ginge es in die Westbank, wo ihn noch bessere Freunde begrüßen würden. Abbas wäre glücklich, mit einem Nobelpreisträger abgelichtet zu werden. Womöglich hätte Grass auch einen Vorschlag für die Lösung des Palästinenser-Konflikts, gar in Gedichtform? Grass wäre rehabilitiert, nach dem er Juden und Araber getroffen, mit ihnen gesprochen und sein Gewissen beruhigt hätte. Auch sein Gedicht wäre plötzlich in Ordnung, immerhin hätte der Alte bewiesen, wie gut er sich mit beiden Seiten versteht. Aus Grass, dem Antisemiten würde Grass, der Kritiker.

Ein Treffen mit Abbas oder der Naturei Karte wäre ein Schlag ins Gesicht der israelischen Regierung. Ein Besuch in Yad Vashem wäre ein Schlag ins Gesicht des jüdischen Volkes.

Günter Grass darf nicht nach Israel, auf keinen Fall.

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62 Antworten zu Warum Grass nicht nach Israel darf

  1. Andreas W. schreibt:

    ‚Günter Grass übte keine Kritik, er bot keine Alternative an, erteilte keinen Rat. Er degradierte Israel zu einem nuklearen Amokläufer, zur größten Gefahr für die Welt und spuckte damit der israelischen Demokratie, pluralistischen Gesellschaft und Existenzberechtigung ins Gesicht.‘

    Quatsch. Wenn Jemand schreiben würde: ‚Hütet euch vor diesem Blog, er ist polemisch!‘ So wäre es Kritik,und auch Rat und trotzdem fühltest du dich bespuckt und wärst zu einem Polemiker degradiert worden. Wo liegt der Unterschied zur Beziehung GG-Israel?

    Des weiteren spuckt Grass insbesondere der pluralistischen Gesellschaft kein Stück ins Gesicht. Das Gedicht ist spürbar kritisch gegenüber der Politik, nicht gegenüber der Gesellschaft. Auch deshalb wird Grass durch dieses Gedicht nicht mehr oder weniger Antisemit.

    ‚Grass würde eine Reise nach Israel dazu nutzen, um seine Person zu rehabilitieren und gleichzeitig seine politischen Positionen zu bekräftigen.‘
    Keine rhetorische Frage: Unter welchen Bedingungen sollte und darf ein demokratischer Staat jemanden davon abhalten das zu tun?

  2. zrwd schreibt:

    @Andreas W. Auch ausnahmsweise mal etwas inhaltlich fundiertes zu bieten, als persönliche Anfeindungen und Herabsetzungen?

  3. Andreas Rochow schreibt:

    Grass ist nicht „mutig“, er hat auch nicht vor irgendeinem Denk- und Redeverbot gekuscht. Er ist auch nicht sonderlich politisch informiert. Seine „Besorgnis“ kommt theatralisch daher. Es war still geworden um ihn. Deswegen liebt er den politischen Eklat. Er beherrscht linke Empörungsreflexe, solange sie nicht ihn selbst betreffen. – Nun hat er ein Ei gelegt – von einem Gedicht kann man beim besten Willen nicht sprechen! WAS und WIE er es won sich gibt, ist dumm, schäbig und niederträchtig. Die gleiche Tonlage, wie man sie auch von extrem rechts zu hören bekommt! Er hat abgrundtiefe Verachtung dafür verdient. Vom Größenwahn befallen, wird er aber jede Form der öffentlichen Erregung genießen. Das öffentliche Deutschland übt sich mal wieder in kranker Toleranz: Ein alter Mann, der die internationale Presse für seine Ergüsse kampagnenartig instrumentalisiert, führt die Demokratie vor! Ich begrüße ausdrücklich, dass der Staat Israel ihn dafür zur persona non grata erklärt hat. Die einzig angemessene Reaktion.

  4. filipppiatov schreibt:

    @Andreas W.: Er warnt nicht vor Polemik, sondern vor der potentiellen Vernichtung eines anderen Volkes.
    Politik und Gesellschaft voneinander zu trennen ist Unsinn, es sei denn, man kritisiert eine Diktatur. Hinter der israelischen Regierung stehen >50% der Gesellschaft. Außerdem ist Kritik nicht gleich Kritik. Würde Grass bspw die Siedlungspolitik kritisieren, wäre es eine Kritik an einer politischen Entscheidung der israelischen Regierung. Aber den Umgang mit dem Iran und den Besitz von Atombomben zu kritisieren, kommt einem Entzug des israelischen Existenzrechts gleich.
    Deine letzte Frage ist in meinem Text klar beantwortet.

    • Andreas W. schreibt:

      Ob man mit sich mit dieser Kritik auf die Politik oder die Gesellschaft bezieht ist vllt. auch gar nicht so wichtig. Selbst wenn es Gesellschaftskritik wäre, wäre Grass nicht einfach so ein Antisemit.
      Ich kann verstehen wenn Menschen Grass verdächtigen Antisemit zu sein. Aufgrund des Gesamzusammenhangs ist dies natürlich möglich.

      Aber was würdest du sagen wenn Grass keine Nazivergangenheit hätte?
      Würdest du trotzdem für das Einreiseverbot plädieren, und würdest du dich persönlich, als Jude bespuckt fühlen?

      Wenn ja,
      dann doch bloß weil er eine Meinung vertreten würde die du nicht nachvollziehen kannst,
      weil du glaubst dass Israel ohne Atomwaffen keine Überlebenschance hätte. Aber jemand anderes glaubt das vielleicht schon?

      ‚Aber den Umgang mit dem Iran und den Besitz von Atombomben zu kritisieren, kommt einem Entzug des israelischen Existenzrechts gleich.‘

      Darüber lässt sich streiten, das ist bloß deine Interpretation. Weil du das Verhalten der Regierung im großen und ganzen richtig findest. Aber weil es immer Alternativen gibt (-ob diese nun besser wären sei mal dahin gestellt-) darf man dem Umgang mit dem Iran kritisieren.
      Man muss den Umgang mit dem Iran immer kritisieren dürfen. Und man muss auch den Besitz von Atomwaffen kritisieren dürfen. Das muss in einer Demokratie einfach drinnen sein.

  5. Steeevyo schreibt:

    Ein „liberaler“ Blog heisst Einreiseverbote gut?
    Vielleicht doch noch mal die eigene autoritaristische unliberale Grundhaltung kritisch analysieren und dann den Blognamen umwidmen.

  6. eieiei schreibt:

    Oh man… Was für einen Unfug du verzapfst😀

  7. Adrian schreibt:

    Ein Gedicht sind Worte und Meinungsfreiheit bleibt Meinungsfreiheit. Die Entscheidung Israels zum Einreiseverbot ist hochgradig dumm. Und sie gibt den „Kritikern“ des Landes neue „Argumente“ in die Hand, dass es mit der vielgerühmten Demokratie in diesem Land doch nicht so weit her ist.

  8. doc.zoobee schreibt:

    Kol ha kawod , Herr Piatov

    hörte noch nie von Ihnen, ab jetzt werde ich mit Vergnügen suchen, von Ihnen zu lesen.

    Mit besten Wünschen

    doc.zoobee

  9. Pingback: Das enge Korsett des linken Antizionismus « Aron Sperber

  10. Silke schreibt:

    Danke!
    ich war zwar instinktiv fürs Persona Non Grata Verdikt, hatte mir aber nicht die Mühe gemacht, es mir live vorzustellen. Darum, nochmals Danke!

  11. Pingback: Grass "hat sich, Deutschland und Israel geschadet" -Seite 9 - Balkanforum

  12. Dox schreibt:

    Grass als Zuchtmeister

    Grass ist nicht nur hundsgemein zu Israel. Er ist es auch zu deutschen Jugendlichen. Sein Motiv, warum er gerade jetzt sein Bosheit vom Stapel läßt, hat doch für den altlinken SPD-Genossen einen triftigen Grund. Er will den Jusos das Wort verbieten, die sich gerade mit einem Israel freundlichen Grundsatzprogramm gegen die alte Garde gestellt hat. Die Jusos haben dem Popbeauftragten eine gehörige vor den Latz geknallt. Darum hat Grass sich zu Wort gemeldet. Das sollte mal thematisiert werden. Würde mich nicht wundern, wenn die Israel feindlichen Alt-Genossen ihn sogar darum gebeten haben.

    • Silke schreibt:

      Dox ich glaube, da haste recht – iss bekannt, wer dem „Meister“ in letzter Zeit so seine Aufwartung machte?

    • Peter S. schreibt:

      Könnte vielleicht so gewesen sein🙂 Ich hab das Grundsatzprogramm der Jusos gelesen und dabei meinen Augen nicht getraut.
      Das sind für mich respektable Linke.

  13. dieterdohmen schreibt:

    Lieber Filipp,
    Du hast vollkommen Recht – und diese ganzen frustrierten Haßkommentare bestätigen das nur. Du wirst noch viele davon im Laufe Deiner vielversprechenden Karriere kriegen.
    Super Text! Ich wünschte, ich wäre mit 21 auch schon so weit gewesen…
    Alles Gute!

  14. Peter S. schreibt:

    Grass begreift vermutlich altersbedingt die Realitäten nicht mehr so ganz. Er ist immer noch der Meinung, er sei eine intellektuelle Lichtgestalt, die uns ermahnen können muss.
    Linke wie er arbeiten ganz mechanisch eine für Linke typische Vorgehensweise ab. Wenn ein vermeintlich Schwacher ausgemacht ist, dann stellt man sich an dessen Seite. Iranischen und arabischen Menschen geht es im Allgemeinen nicht so gut wie den Juden und damit ist die Welt für den Linken ziemlich klar. Das ist in erster Näherung noch nicht mal Antisemitismus.
    Die Realität (bei den Linken utopisch verklärt) spielt dabei kaum eine Rolle und die Realität für Israel schildert Prof. Dr. Gunnar Heinsohn sinngemäß so:
    Die vermutete israelische Bombe bewahrt Israel derzeit davor, dass seine Nachbarn einen weiteren Landkrieg beginnen können. Die iranische Bombe lässt den Landkrieg aber wieder möglich werden. Jetzt aber unter der Drohung „Israel, lass ja die Bombe im Keller, damit wir Dich in Ruhe abschlachten“.
    Die der islamischen Gemeinschaft innewohnende Wut wird noch erkannt aber als vorübergehend und beherrschbar uminterpretiert. Die nicht vorübergehende, vom Koran zwingend geforderte Rückeroberung von Gebieten die der Islam schon mal dominiert hat, blendet man völlig aus.
    Und genau das begreift GG nicht. Erst wenn die Juden die schwächeren sind, kann der gute Linke helfen. Dann ist es aber zu spät.

  15. Guido Pauly schreibt:

    Wisst ihr eigentlich, dass ein Grashüpfer unter einer Lupe mit hohem Vergrößerungsfaktor wie ein furchterregender Drache aussieht?

  16. Schorsch schreibt:

    man man man …… wenn jemand gegen Polen (oder irgend ein anderes Land) brüllt…..interresiert keinen ….aber Israel……iss wichtig

  17. DGG schreibt:

    Etwas überspitzt: Wie wäre es mit einem kurzen Artikel zu Ai Wei Wei? Auch er könnte sich im dekadenten Hongkong mit politischen Führern treffen, die ähnlich krude Vorstellungen von Meinungs- und Kunstfreiheit haben wie er und sich zur Galionsfigur der Freiheitsbewegung aufschwingen. Ai Wei Wei darf nicht aus seinem Haus, auf keinen Fall!

    Mit solchen Argumenten kann man nun wirklichen jeden „Dissidenten“ kaltstellen. Um beim Blogthema zu bleiben: Gehört es nicht zu den Grundvoraussetzungen einer liberalen Demokratie, solche Spannungen in der öffentlichen Meinung zu ertragen?

    Wie sagte noch Voltaire/Hall: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“

    • Andreas Rochow schreibt:

      @ DGG

      Großes Missverständnis: Grass ist niemals ein „Dissident“ gewesen. Eher ein Kanzlerflüsterer, den nun niemand mehr haben will. In Anbetracht des Themas und der Form einer Pressekampagne, die Grass der alte, linke Agitprop-Profi und Wahlkämpfer selbst gewählt hat(!), darf auch „Kunstfreiheit“ nicht bemüht werden. Hier wird auch niemand kaltgestellt. Aber Grass ist erwachsen genug, um erkennen zu müssen, dass sein ungehobeltes Verhalten Reaktionen auslöst.
      Einem bedrohten Land wie Israel Wehrlosigkeit gegenüber dem Iran zu verordnen, mit Lügen, falschen Behauptungen und einem irreführenden Moralgeraune – das ist nichts anderes als schlecht verpackter Antisemitismus! Das lässt sich nicht schönreden.

      • DGG schreibt:

        Da wird aber viel in ein Gedicht hineininterpretiert, was so nicht darin vorkommt (bspw. „Wehrlosigkeit“). Natürlich muss er mit einem Sturm der Entrüstung rechnen, gerade mit seiner Vergangenheit. Aber lassen wir die Person Grass mal außen vor.

        Sollte die Entscheidung darüber, ob Grass Gedicht gegen geltendes israelisches Recht verstößt und somit wie auch immer geartete Sanktionen gerechtfertigt sind, nicht von einem Richter getroffen werden? Wo kämen wir hin, wenn die Reisefreiheit mit einem Handschlag eines Ministers beschränkt werden kann (nach ganzen drei Tagen Bedenkzeit)?

      • Silke schreibt:

        Hoheitsrecht ist nicht wie anderes Recht.

        Israel ist ein souveräner Staat und hat somit Hoheitsrechte

  18. BillBrook schreibt:

    Es ist übrigens falsch, dass Grass jetzt Einreiseverbot bekommen hat. Als ehemaliger SS-Mann hatte er es längst, noch dazu, wo er die israelischen Behörden bei seiner Einreise 1971 darüber glatt belogen hatte. Es wurde lediglich nochmal bekräftigt.

  19. Franz von Fear schreibt:

    Soviel zur Freie Meinung. Wer bez. Israel die politisch korrekte Sprachreglungen nicht anerkennt, wird von einem radikal religiösen Innenminister und einem rechts radikalen Aussenminister belehrt. eine Lachnummer die nur Israel sich leisten kann und die Grass im nachhinein rehabilitiert.

  20. harrygambler2009 schreibt:

    We love Günter Grass und wer mit Verboten Dichter verfolgt, darf sich nicht wundern, dass man ihn aus der Gemeinschaft ausschließt.
    We love Iranians, we love Israel.

  21. Andreas Rochow schreibt:

    Na ja, den Applaus von der falschen Seite, also von rechts, muss er, Grass, jetzt ertragen. Dumm gelaufen…

  22. dysbalance schreibt:

    Du hast nichts verstanden. Rein gar nichts.

  23. Björn Ohlendorf schreibt:

    Lieber Fillipp Piatov,

    danke für diesen guten Beitrag. Ich verstehe jetzt die Haltung derer, die für das Einreiseverbot sind, besser. Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Maßnahme der israelischen Regierung eine schlechte Idee war.

    Ich habe in vielen, seit der jetzt offenen GraSS-Hetze nicht weniger gewordenen Debatten immer hervorgehoben, dass Israel trotz kriegsbedingter Einschränkungen die einzig echte und funktionierende Demokratie im nahen Osten ist. Das führt m. E. auch das Argument ad absurdum, dass ausgerechnet Israel über ein „unkontrolliertes“ Arsenal an Atomwaffen verfüge. Nein, die israelische Armee und ihre Waffen werden durch ein vom Volk ohne Repression gewähltes Parlament, eine freie Regierung, die Verfassung und eine unabhängige Justiz kontrolliert, in die Schranken verwiesen und geleitet. Für diesen Unterschied – beispielsweise zu den kriegsbeteiligten Nationen des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak – sollten insbesondere die ehemals gegen Israel kriegführenden, jedoch unterliegenden Nationen noch heute Allah danken.

    Dass diese Regierung nunmehr GraSS die Einreise verweigert, die er ohnehin nach seinen früheren, katastrophalen Auftritten in Israel nicht vorhatte, spielt denen in die Hände, die nunmehr unter Verweis auf Grass behaupten werden, „Kritik“ an Israel sei nicht sanktionslos möglich; man dürfe in Israel keine Bedenken gegen militärische Maßnahmen gegen iranische Atomanlagen äußern, es herrsche in Israel weder Meinungsfreiheit noch Demokratie – zu Deutsch: Letztlich sei Israel auch nicht demokratischer oder freier oder gar besser als der Iran.

    Natürlich sehe ich ein, Herr Piatov, dass das, was Sie als Schreckensbild ausgemalt haben, unerträglich ist. Aber dagegen gibt es ein viel besseres Mittel als ein Einreiseverbot – einfach in der Handhabung, verblüffend in der Wirkung, v.a. gegen selbstverliebte Ex-SSler und verhinderte Oberlehrer. Es handelt sich um überreife Tomaten und faule Eier. Die hält ein Na(r)zi(st) wie Grass nicht aus, der schon einmal nach Kalkutta ausgewandert ist, weil er sich in Deutschland nicht genügend gewürdigt gefühlt hat. Eine ordentliche Ladung am Flughafen, und GraSS wäre schäumend direkt weiter zum Sportpalast nach Teheran geflogen, ohne Yad Vashem zu entweihen.

    Shalom,

    B.

    • penny lane schreibt:

      Israel ist keine demokratie. Demokratie bedeutet das alle im herrschaftsbereich an gesetz- und entscheidungsfindung beteiligt sind. Israel hält über 2,5 millionen unter besatzung die vom entscheidungsfindung ausgeschlossen sind, keinerlei souveranität besitzen sich nicht bewegen dürfen, recht und staatenlos im eigenen land.

      Auch hier verlangt die politische korrektheit eine mauer des appeasements und schweigens.

      • dysbalance schreibt:

        Penny, das werden manche nun einmal niemals begreifen. „Funktionierende Demokratie, egal, wie viele Menschenleben Israel auf dem Gewissen hat und vor hat, noch auf sein Gewissen zu laden. Hauptsache: Demokratie.“ Das ist genau der selbe Scheiß, den Bush uns weisgemacht hat, bevor er Länder zerstörte, denen es so schon nicht gut ging. Ich hätte nie gedacht, dass wir Deutschen noch so dermaßen ignorant sein können nach all der Schuld, die wir uns aufgeladen haben.

      • Silke schreibt:

        das alle im herrschaftsbereich an gesetz- und entscheidungsfindung beteiligt sind

        kürzlich habe ich gelesen, daß es einige amerikanische Gebiete gibt die nicht wählen dürfen.

        Seit Jahrzehnten in Deutschland lebende mit anderer Staatangehörigkeit dürfen nciht wählen.

        Wer nicht wählen darf ist nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt.

        Es ist unglaublich, welchen Stuss diese Israel-Basher sich bei Bedarf aus den fingern saugen.

      • penny lane schreibt:

        Seit Jahrzehnten in Deutschland lebende mit anderer Staatangehörigkeit dürfen nciht wählen.

        Normales, übliches einwanderungsrecht für einwanderer in rechtsstaaten und demokratien. In den israelischen besatzungen herrst seit 40 jahren kriegsrecht, hier genießen ledeglich die einwanderden siedler zivilrecht. Die übrige bevölkerung bleibt staaten und rechtlos, und israel setzt alles daran das sie auch staaten- und rechtlos bleiben, wie wir bei der hysterie um die staatsgründung palestinas letztes jahr bei der uno erlebt haben.

        Um ein vergleichbarer situation in deutschland zu finden mußte man auf die deutsche besatzung polens oder die tschechoslowakei zurückgreifen.

      • Martin Lürßen schreibt:

        Welche „Besatzungen“? Und war es nicht irgendwie so, das die Paläsinisten sich die Hamas demokratisch erwählt haben? Da war doch sowas?

        Der krankhaft antisemitisch-paliphilen Lobby ist wirklich nix zu dumm.

      • Björn Ohlendorf schreibt:

        Tut mir leid, aber das ist in mehrfacher Hinsicht unwahr:

        In keiner Demokratie der Welt, auch nicht in Israel, sind oder waren jemals „alle im Herrschaftsbereich“ an Gesetz- und Entscheidungsfindung beteiligt. Das Wahlrecht steht grundsätslich nur Staatsbürgern zu. Vergleichbares galt übrigens selbst im „real existierenden Sozialismus“: Auch in der DDR durften z.B. die dort lebenden vietnamesischen „Genossen“ nach der Verfassung der DDR weder an Volkskammer“wahlen“ o.ä. teilnehmen noch gewählt werden (nicht, dass das die „Wahl“ergebnisse beeinflusst hätte…)

        Israelische Staatsbürger sind mitnichten nur Juden.
        Von den 7,8 Millionen israelischen Bürgern sind aktuell nur etwa 76 Prozent jüdischen Ursprungs, mehr als 20 Prozent dagegen arabischen Ursprungs. Die arabischen Israelis haben alle Bürgerrechte wie die jüdischen Staatsangehörigen auch. In der aktuellen Knesset ist übrigens auch eine rein arabische, eher islamisch geprägte Interessenpartei, die Vereinigte Arabische Liste, mit 4 Abgeordneten vertreten. Im Übrigen können grundsätzlich auch Nichtjuden nach dem geltenden Staatsangehörigkeitsrecht die israelische Staatsangehörigkeit erwerben. Wer allerdings das Existenzrecht Israels und seine Verfassung ablehnt, der ist – egal ob Jude oder Nichtjude – generell von dieser Möglichkeit ausgeschlossen. Das ist aber auch nach der z.B. in Deutschland geltenden Rechtslage bei Anwärtern nicht anders.

        Zum Thema „besetzte Gebiete“:

        Korrekt ist, dass die Bewohner der vor allem im Zuge des 6-Tages-Krieges besetzten Gebiete, also im vom Königreich Jordanien beanspruchten Westjordanland, dem Gaza-Streifen sowie in weiteren ursprünglich von Israel im Zuge von Verteidigungskriegen besetzten Gebieten durch die Besetzung des von ihnen abgelehnten und bekämpften Staats Israel nicht zu dessen Staatsangehörigen und damit nicht wahlberechtigt geworden sind. Das ist noch bei keiner Besatzung, die nicht das Ziel einer Einverleibung und Assimilation hatte, in der Weltgeschichte der Fall gewesen, und es ist bezeichnend, dass dies nun allein Israel zum Vorwurf gemacht wird.

        Zudem hat Israel inzwischen die meisten der nach wie vor sogenannten „besetzten Gebiete“ vollständig geräumt: Aufgrund der Washingtonder Erklärung und des Friedensschlusses mit Jordanien wurden 1994 weite Teile des Gaza-Streifens und des Westjordanlandes geräumt und an die palästinensischen Selbstverwaltungsbehörden übergeben. Der Gaza-Streifen ist seit 2005 vollständig geräumt, auch alle jüdischen Siedler und Bewohner wurden, z. T. mit Gewalt, gemäß dem Verlangen der Palästinenser, nach Israel umgesiedelt. Auch der im Zuge des ersten Libanonkrieges besetzte Grenzstreifen im Südlibanon wurde von den Israelis im Mai 2000 vollständig geräumt und an den Libanon zurückgegeben.
        Dass insbesondere im Gaza-Streifen und im geräumten Westjordanland keine freien Wahlen stattfinden, Bürger-, Frauen- und Minderheitenrechte misachtet werden, eine freie Presse und Meinungsäußerung nicht möglich sind, es an einer unabhängigen Justiz ebenso fehlt wie an einer geordneten Verwaltung ist nicht Israel anzulasten, sondern liegt an den von den Palästinensern gewählten und tolerierten Regierungen.
        Abschließend weise ich darauf hin, dass Israel den UN-Teilungsplan für Palästina, der eine Reduktion auf das israelische Kerngebiet zur Folge hätte, anerkannt hat – die arabischen Staaten und die Palästinenser haben diesen Plan abgelehnt.

      • penny lane schreibt:

        @ Björn Ohlendorf

        hoppla…da hat einer in der propaganda aber stunde gut aufgepasst, wonach israel’s besatzung keine ist. Voller punktzahl.

        Aber es ist und bleibt propaganda und hat nichts mit der realität, weder in den besetzten gebieten noch in der weltpolitik zu tun. Kein land der erden erkennt israels ansprüche auf besatzung an. Kein land der erde, nicht mal die usa, erkennt die annexion golans noch jerusalems. Hier ist israel völlig isoliert.

        Leider sieht die wirklichkeit für millionen entrechteten ganz anders aus. Ihnen wird nicht nur das land gestohlen. Mittlerweile wird ihnen ihre geschichte und ihre identität geraubt. Anscheinend kann der zionismus erst ruhen wenn diese menschen physisch und geschichtlich völlig vernichtet sind. Aus „besetzten“ wurden „umstrittenen“ gebiete und anschließend „ancestral homelands“, für einwanderer aus brooklyn, berlin, moskau oder minsk.

        Hier von demokratie zu sprechen ist fast schon slapstick.

      • penny lane schreibt:

        @ Björn Ohlendorf

        Begreifs doch endlich björn. KEIN land dieser erde erkennt israels besatzung an. Kein land diese erde erkennt israels annexionen an. Hier steht die gesamte menschheit und alle ihre internationalen institutionen geschlossen GEGEN israel. Das ist die rechtliche situation. In diese situation die besatzungsmacht israel als eine vorzeige demokratie präsentieren zu wollen grenzt an volksverdummung.

        @Silke
        Du vergleichst äpfel mit birnen

        Keiner der besatzer deutschlands, auch nicht die soviets, kamen mit dem ziel die einheimischen zu entrechten und zu vertreiben, siedlungen anzulegen und deutschland ihren staatsgebiet anzugliedern. Dieses ziel vorfolgen alle israelische regierungen in den besetzten gebieten seit 1967. Um dieses ziel weiter zu verfolgen riskiert israel sogar seine lebenswichtige verhältniss zu der usa. Die besatzung deutschlands machte sinn, und wäre ohne den kalten krieg wahrscheinlich nach wenigen jahren zuende gewesen. Israels 40 jährige besatzung macht kein sinn ausser als eine schleichende landnahme, vertreibung und entrechtung. Hier ist sich die weltgemeinschaft einig. leider wird nicht danach gehandelt.

        Von israelischen besatzern gibts keine schokolade. Da wird der brunnen zubetoniert und deine ernte zerstört. Die radikalen siedler bauen auf deinem land haüser während deren kinder vom militär geschützt deine großeltern mit steine zu bewerfen.

    • Björn Ohlendorf schreibt:

      @ penny lane:

      „Propaganda-Stunden“ scheinen eher Sie genossen zu haben. Wieder mal zu den Fakten:
      Richtig ist, dass Israels Regierung allein die Räumung der Golan-Höhen und Ost-Jerusalems mit dem Hinweis verweigert hat, es habe diese Gebiete annektiert. Ebenfalls richtig ist – und das ist der Punkt, in dem Sie tatsächlich Recht haben – dass nach ganz herrschender Meinung das Völkerrecht derartige „Annektionen“ nicht zulässt und die UN die erklärte Annektion Israels für null und nichtig erklärt haben. Ebenfalls richtig ist, dass insgesamt 120.000 Syrer im Zuge der Kampfhandlungen von den ursprünglich syrischen, jedoch nur dünn besiedelten Golanhöhen zum Teil geflohen, zum Teil aber auch – ja, auch durch die israelische Armee – gewaltsam und völkerrechtswidrig in das syrische Kernland vertrieben worden sind. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass vor dem Jom-Kippur-Krieg etwa 70.000 Syrer in der damals größten Stadt Qunaitra lebten, die – nach israelischer Darstellung – nach ihrer Eroberung durch die israelische Armee komplett unter syrisches Artelleriefeuer genommen und dabei vollständig verwüstet wurde (die Syrer dagegen bezichtigen Israel der Verwüstung der Stadt). Diese Stadt befindet sich NICHT unter israelischer Herrschaft, sondern in der seit Jahrzehnten von UN-Truppen kontrollierten und bewachten Pufferzone. Gleichwohl ist sie von den Syrern bis zum heutigen Tag kaum wieder aufgebaut und nicht mehr besiedelt worden. Das ist aber nicht Israels Schuld. Die syrischen Flüchtlinge von den Golanhöhen leben heute in ihrem Heimatland Syrien als Bürger ihres Landes. Wenn sie dort geknechtet und entrechtet sind, dann ebenso wie ihre anderen Landsleute auch durch den syrischen Diktator.
      Zu betonen ist aber, dass der von Israel besetzte Teil der Golanhöhen nicht nur historisch seit der Antike „jüdisches Kernland“ war, sondern dass die dort seit der Antike ansässige jüdische Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg Verfolgungen und Vertreibungen durch die Araber ausgesetzt war. Diese fanden ihren Abschluss im Jahr 1920, als die britische Kolonialmacht die Golanhöhen an das von Frankreich kontrollierte Syrien abtrat, woraufhin alle noch verbliebenen jüdischen Dörfer und Siedlungen aufgelöst und die noch dort lebenden Juden gewaltsam vertrieben wurden – übrigens auch und schon damals „völkerrechtswidrig“. Israel rechtfertigt die Besetzung nicht nur mit der militärstrategischen Bedeutung – von den Golanhöhen aus hat Syrien in der Vergangenheit per Artellerie schon in der Vergangenheit sämtliche Städte Nordisraels rücksichtslos unter Feuer genommen (was sagt dazu das Völkerrecht?), sondern auch damit, dass die gesamte Wasserversorgung des Landes mehr oder weniger von den Golanhöhen abhängt.
      Trotzdem hat die israelische Regierung immer bis zuletzt erklärt, dass sie um des Friedens Willen bereit sei, über die vollständige Rückgabe der Golanhöhen mit Syrien ernsthaft zu verhandeln – sofern ein echter Friedensvertrag geschlossen würde, die Wasserversorgung gewährleistet und eine Demilitarisierung der Golanhöhen erfolgen würde. Gescheitert ist dies bislang an der syrischen Regierung, die sich gegenüber den Hardlinern im eigenen Land, aber auch unter den arabischen Staaten, die die Auslöschung Israels verlangen, nicht behaupten konnte oder wollte.

      Zum Thema Ostjerusalem:
      Hinsichtlich der von Israel nach dem Angriff Jordaniens erfolgten Eroberung und inzwischen erklärten Annektion gilt völkerrechtlich das gleiche wie zu den Golanhöhen. Erwähnenswert ist nur, dass Ostjerusalem während des Palästinakrieges 1948 von Jordanien erobert worden und gleichfalls annektiert worden war, was bezeichnenderweise niemanden, insbesondere nicht Herrn Grass oder eine deutsche Friedensbewegung, gestört hat. Dabei ist die jordanische Eroberung alles andere als friedlich abgelaufen, die jüdische Bevölkerung wurde misshandelt, aus ihren Häusern verjagt und vertrieben, ihre Synagogen wurden verwüstet, geplündert und zerstört.
      Zu vergleichbaren Vorkommnissen nach der israelischen Eroberung ist es meines Wissens nicht gekommen, auch nicht zu Vertreibungen. Die arabischen Einwohner Ostjerusalems sind auch nicht „rechtlos“. Sie haben den Status von ständigen EInwohnern, dürfen sich frei in ganz Israel bewegen, sind in Israel sozialversichert, dürfen aktiv wie passiv an den Kommunalwahlen in Jerusalem teilnehmen, Grund erwerben und verkaufen, die Universitäten und Schulen besuchen, Gerichte anrufen, öffentliche Änmter auf kommunaler Ebene bekleiden etc., auch wenn die politischen Teilhaberechte aus Protest gegen die Besatzung aus Protest gegen die Besatzung von der Mehrheit boykottiert wird.
      Allerdings gibt es auch begründete Vorwürfe, dass Israel unter bauordnungsrechtlichen Vorwänden einerseits arabische Häuser zerstört, andererseits die Wiederansiedlung jüdischer Siedler gezielt fördert, um eine schleichende Übernahme zu schaffen. Auch wird beklagt, dass durch Abriegelung Ostjerusalems vom übrigen Westjordanland gezielt eine Abschottung und Spaltung erfolgen soll. Richtig ist, dass auch ich nicht glaube, dass Israel – Völkerrecht hin oder her – Ostjerusalem mit seiner historischen Altstadt, dem Tempelberg etc. freiwillig wieder ganz herausgeben wird.

      Ich bezweifle aber, dass es den Arabern wie den Christen wie den Drusen wie den Juden unter einer arabischen Herrschaft so gut gehen würde wie derzeit den Bewohnern des besetzten Ostjerusalems – falls die Juden einen derartigen Machtwechsel überhaubt überleben würden.

      Kompletter, dunkelbrauner Unfug ist aber Ihre Behauptung, dass Millionen Menschen in den besetzten Gebieten komplett entrechtet seien und dass das „zionistische Regime“ erst ruhen würde, wenn es diese Millionen physisch vernichtet hätte. Vielleicht überlegen Sie mal, was Sie da sagen? Vielleicht hätten Sie es gerne, dass sich die Israelis so aufführen, wie Ihre Eltern und Großeltern im 3. Reich? Dann wären die Deutschen endlich diesen Makel los („Seht ihr? Die Juden sind ja auch nicht besser!“) und Leute wie Sie und GraSS könnten wieder ganz ungeniert und offen gegen die „jüdische Weltpest“ hetzen, ohne komplizierte Chiffren wie „Zionismus“ benutzen zu müssen.

      • Silke schreibt:

        hinzufügen möchte ich noch, daß Besatzung etwas ganz Wunderbares sein kann – für mich war jedenfalls die amerikanische Besatzung ein Segen von der ersten Schokolade aus der Hand eines GIs bis zu Riesentüten Popcorn im Kino und T-Bone-Steaks ein einziger Segen.

        Zu einer Zeit als meine Landsleute zu Stoßzeiten Kinder noch mit Ohrfeigen aus der Straßenbahn zu werfen trachteten, hielten diese Amis in ihren riesigen Straßenkreuzern jederzeit an und luden uns Kinder freundlich lächelnd winkend zum Überqueren der Straße ein. Arbeitsplätze bei den Besatzern waren das Erstrebenswerteste überhaupt. Als anläßlich Desert Storm ein Standort nahezu aufgelöst wurde, weinte die ganze Gegend bitterste ehrlich gemeinte Tränen. Gab es auch Unerfreuliches? Sicher, doch die Bilanz war positiv.

        Das nur mal zur Erinnerung, weil besonders im Zusammenhang mit Israel so getan wird, als könne unter Besatzung zu leben nur schrecklich sein. Meiner Generation bescherten die Besatzer Freiheiten, die wir allein gegen unsere Altvorderen wohl nie hätten durchdrücken können.

  24. Don Furioso schreibt:

    Eine Reise Grassens nach Israel wäre aller Wahrscheinlichkeit nach genause verlaufen, wie in diesem Artikel gemutmaßt. Ich kann das Verbot deshalb verstehen, auch wenn diese Reaktion für Grass wie gerufen kommt. Sie bestätigt die Opferhaltung. Und gerade weil das Gedicht und ihr Autor sich in Revanchismus hüllen, tritt die notwendige Debatte über Sinn und Moral eines Agriffs auf Iran in den Hintergrund.

  25. Herr Mann schreibt:

    Wie kann ein deutsche AUtor sich anmassen so ueber Israels Friedensbewegung zu urteilen?
    Was sollen diese Anfuehrungszeichen?
    Ist der Autor etwa gegen Israelis voreingenommen?
    Ist er etwa Antisemit?
    Und so weiter.

    Aprospos Beifall von der falschen Seite. Ein Broder und ein Sarrazin bekommen ja mitunter Beifall von Anders Breivik und den christlich fundamentalistischen Schwulenhassern von pi-news.
    Welche Kriterien gelten denn nun liebe Israelfreunde?

    Und P.S. Das Gedicht ist scheisse. Genau so scheisse wie die rechtsextreme Regierung in Israel.
    Aber die Beach Bunnies in Tel Aviv sind heiss.

    • Andreas Rochow schreibt:

      @ Herr Mann

      Dieser Kommentar zielt deutlich darauf ab, alles durcheinenader zu bringen und Israel und seine Freunde zu diffamieren. Sein Sie doch mutig und applaudieren Sie Herrn Grass und gut is… Schließlich ist noch (fast) jeder Unsinn durch die Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt. Das gilt auch für Personen, die ihre Vorurteile für Argumente halten.

      • Herr Mann schreibt:

        Ja klar das bringt sie durcheinander wenn einer nicht im schlichten Schwarz Weiss Denken gefangen ist. Mir sind selbsternannte Freunde Israels hochsuspekt. Wie kann man Freund eines Landes sein? So ein Bloedsinn.Im Ende laufen wie auch hier die Debatten sowieso immer wieder darauf hinaus wer loyalsten zu jedem Schwachsinn steht den welche Regierung in Jerusalem auch immer gerade durchzieht. Eine Deutsche Debatte und deutsche Rechthaberei und deutsches Denunziantentum.
        Das ist hier alles sowohl bei Grass sowiei bei seinen schaerfsten Kritikern vertreten.

        Hier mal ein Beispiel aus Israel wie man Grass fuer einen Idioten und die Regierung ebenso fuer Idioten halten kann.
        http://www.haaretz.com/opinion/israel-has-reacted-with-hysteria-over-gunter-grass-1.423312

        Wie gesagt fuer das Vorstellungsvermoegen der Blockwarte der sogenannten Israelfreundschaft natuerlich viel zu schwer verstaendlich.

  26. Andreas Rochow schreibt:

    Sogar die SZ hat nachvollziehbare Argumente, die mehrdimensional nachweisen, dass Grass in der Sache falsch liegt.
    http://www.sueddeutsche.de/politik/grass-israel-und-irans-atomprogramm-viele-luecken-in-der-argumentation-1.1328468
    Sicher hat er sich nicht geirrt. Dieses Pseudogedicht ist sein agitatorisches Lebenswerk! Und er meint es so, wie er es aufgeschieben hat.

  27. kidthenapper schreibt:

    Warum sollte Grass eine Reise nach Israel dazu nutzen wollen, sich zu rehabilitieren? Das setzt doch den Wunsch voraus, sich dem in der Öffentlichkeit von den politischen und intellektuellen Eliten vertretenen Meinungskonsens unterzuordnen. Gerade diesem möchte sich Grass aber widersetzen, da er das undifferenzierte und verantwortungslose Wiederkäuen von gesellschaftlich eingeforderten Standpunkten in Bezug auf den Nahostkonflikt nicht länger ertragen konnte. Er hat seine Verantwortung als Intellektueller daher in dem Wissen wahrgenommen, dass er von den öffentichen Wortführern diskreditiert würde.

  28. Silke schreibt:

    penny-chen

    Du bist offenbar nie in ner deutschen Stadt gewesen, in der die Amis zu Hause waren, da gab es nicht nur die riesigen Standortbereiche, die off-limits waren mitsamt ihren Kinos und Cafeterias und Shopping-Centres, da gab es auch ganze Stadtviertel, in denen nur Amis Wohnungen kriegten. Da hatten die Amis z.B. Telefonabhörrechte, unabhängig davon was das deutsche Recht vorsah. Da hatten Amis automatisch zivile Arbeitserlaubnisse, lang lang bevor das innerhalb der EU bzw. EG kam. Da gab es Privilegien ohne Ende für die Besatzer und dennoch, unterm Strich war die Bilanz positiv.

    Und wenn Du schon meinst, ich verglöche Äpfel mit Birnen, was glaubst Du, warum Palästinenser in Judäa und Samaria sich jedesmal taub stellen, wenn Abbas sie auffordert, nicht mehr in den Siedlungen zu arbeiten? Könnte es sein, daß da die Löhne, die Benefits und was sonst noch, besser sind als bei den Arbeitgebern in ihren von ihnen selbst verwalteten von der internationalen Gemeinschaft bis unter die Halskrause subventionierten Gebieten?

    Könnte es sein, daß ein jüdischer „Siedler“ ein angenehmerer Arbeitgeber ist als einer von den „eigenen“ Leuten?

    • penny lane schreibt:

      Völlig am thema vorbei silke.

      Die besetzte deutsche bevölkerung mit die von israel besetzte bevölkerung zu vergleichen ist pervers.

      Die besatzer deutschlands hatten nie das ziel deutschland zu annektieren und ihren staatsgebiet anzuglieden, da das annektieren und besiedeln eroberten gebiete völkerrechtwiedrig ist. 4 jahre nach kriegsende war deutschland wieder eine völkerrechtlich annerkannter staat mit eigener regierung.

      Die israelischer besatzung war von vornherein darauf angelegt die besetzten gebiete zu annektieren und durch völkerrechtswiedrige siedlungen das eigene staatsgebiet um die fantasie gebiete judäa und samaria auszudehnen. Gleichzeitig musste sichergestellt werden das die bevölkerung der besetzten gebiete keinerlei rechte im israelischen staat haben, was nur durch eine dauer besetzung mit „autonome gebiete“, ähnlich der „townships“ in apardheids süd afrika oder die „gaus“ der deutschen besatzung in ost europa, zu erreichen war.

      Israels besatzung ist eine schande für die gesamte menschheit und wer sie unterstätzt oder verharmlost macht sich mitschuldig.

      • Silke schreibt:

        Deutschland erlangte seine Souveränität wieder am 5. Mai 1955 – 10 Jahre nach Kriegsende, wurde bei mir in der Schule feierlich verkündet.

        Aber das war’s jetzt. Was die Alliierten mit uns alles für Absichten hatten, ist wohl alles noch nicht so richtig bekannt. Die Soviets waren auch Alliierte.

        Und da Du Dich schon in Sachen Deutschland so schlecht auskennst, gestatte ich mir, angewidert zu lachen, wenn Du behauptest zu wissen, was im Völkerrecht Sache ist.

        Du plapperst nach und hast offenbar von Recht allgemein genauso wenig Ahnung wie von dem in diesem speziellen Fall eventuell in Frage kommenden.

        Im übrigen hoffe ich, daß die Beatles rauskriegen wie Du Dich nennst und Dir ne Klage annen Hals hängen.

      • penny lane schreibt:

        @silke

        man braucht sich nicht in völkerrecht auszukennen um zu wissen das israels besatzungen und annexionen von kein einziges land der erde anerkannt wird. Selbst die usa lehnt es ab ihre botschaft nach jerusalem zu verlegen.

        wie so viele, ziehst du es vor die augen bewußt fest zuzuhalten wenn es um israels menschenrechts verletzungen geht. Damit machts du die mitschuldig.

  29. maziarworld schreibt:

    Die Mullahs, Israelis, Journalisten und die westlichen Staaten schauspielern sehr gut.
    Pluralistisch, Demokratie, Freiheit und Völkerrecht, diese Journalisten sollen den Mund halten. Gegen Verhaftung, Folterung und Ermordung der Menschen schweigen sie und zwar seit über 33 Jahren, aber gegen Urananreicherung schreiben sie mit Ihren Seelen, die nur aus Geldnoten besteht. Es ist sehr leicht die Arbeiter mit anderen Geldern zu bezahlen.

    Pluralistisch, Demokratie, Freiheit und Völkerrecht wenn einer etwas dafür schreibt, wird er erniedrigt und zu sich zurückgeholt. Merkst du nicht, dass du den falschen Menschen angreifst, wenn du für deine Worte stehst?

  30. No-name schreibt:

    Sie sollten sich mal fragen, ob die Friedensaktivisten in Ihrem Land wie Uri Avnery, der selbst in seiner Jugend für eine terroristische, zionistische Untergrundorganisation kämpfte, nur „Alibi-Juden“ oder „selbsthassende“ Juden sind. Die Wahnwelt von Broder und Co wurde da schon gut verinnerlicht! Das ist weißgott nicht nur die Neturei Karta. Aber andere Meinungen kann man eben nicht akzeptieren, man muß immer gleich persönlich diffamieren – wirklich liberal!

    Letztendlich: Auch hier viel Aufregung, aber wenig Verständnis für die „andere Seite“, und wenig Sachliches, was zur Entspannung beitragen würde, dafür viel Einseitiges. Diesen Blog kann man sich sparen.

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