Die wunderbare Welt der Ulrike Putz

Es ist immer das Gleiche mit dem deutschen Qualitätsjournalismus. Terroristen werden zu Familienvätern, Raketen zu harmlosen Silvesterknallern und auch Israelis sterben nicht richtig, sondern höchstens ‚laut israelischen Militärangaben‘. Aber so ist es, wenn Israel sich verteidigt. Und mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Natürlich ist es immer noch ekelhaft und unfair, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an Alles. Irgendwann jedoch stößt man auf etwas Hervorstechendes, das einen doch wieder dazu veranlasst, zu schreiben.

Dabei ist es keineswegs ein besonders einseitiger oder verharmlosender Bericht, sondern ein schlicht  unfassbar dummer Artikel einer schlechten Journalistin. Sie kennen doch das Gefühl, Mario Barth zuzuhören? Ich wünschte, Frau Putz könnte ansatzweise mit ihm mithalten.

Wie es sich für eine miserable Journalistin gehört, packt sie den größten Mist komprimiert in den Teaser.

„Mit der Offensive im Gaza-Streifen versucht Israels Premier Netanjahu, im Wahlkampf zu punkten. Ein riskantes Manöver, denn der Schlagabtausch mit der Hamas könnte sich leicht in einen Krieg auswachsen – und bei den Palästinensern ausgerechnet die gemäßigten Kräfte verdrängen.“

  1. Israel steht seit Wochen unter heftigem Raketenbeschuss. Reagiert Netanyahu –zufällig der PM des Staates – ist es Wahlkampf. Natürlich Unsinn.
  2. In einen Krieg auswachsen? Etwa den Krieg, der in der Charta der Hamas steht? Oder der Krieg, in dessen Raketenhagel die Israelis seit Wochen leben?
  3. Mit gemäßigten Kräften meint Frau Putz übrigens die Hamas. Später im Artikel erklärt sie, dass es noch extremistische Gruppen gibt, im Teaser aber heißt es „gemäßigte Kräfte“.  Vermutlich bewusster Unsinn, denn auch Frau Putz weiß: Die meisten lesen nur den Teaser.

Der Beginn der tödlichen Offensive gegen die Hamas ist erst wenige Stunden her, da sitzt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, wo er sich am liebsten sieht: vor laufenden Fernsehkameras. Mit markigen Worten wandte er sich am Mittwochabend an das israelische Volk […]“

Dass Bibi lieber vor Kameras sitzt, als vor dämlichen SPON-Journalisten, ist natürlich richtig. Ihn als mediengeilen Show-Politiker darzustellen, ist nur Frau Putz‘ objektive Meinung. Netanyahu ist entweder Selbstdarsteller oder Kriegstreiber, mehr geben Putz‘ Schubladen nicht her. Aber mal im Ernst: Wie soll sich der Premier an sein Volk wenden? Vor ausgeschalteten Fernsehkameras, leise und unverständlich murmelnd?

„ „Damit schien das Kalkül hinter der jüngsten Attacke aufgegangen: „Wenn die Kanonen dröhnen, sehen wir nur Netanjahu und Barak auf den Bildschirmen – und die anderen Politiker müssen ihnen applaudieren“, beschrieb die Zeitung „Haaretz““ „

Angeblich schreibt das die Haaretz. Ob das DIE Haaretz schreibt oder beispielsweise der Verbalverbrecher Gideon Levy, ist nicht klar. Und wen sonst könnte man zitieren, als die linke Haaretz? Nein, bloß keine Spur von Objektivität aufkommen lassen, das ist Frau Putz  -wie gewohnt – gut gelungen.

„[…] Mittwoch mit der Tötung ihres Militärchefs, Ahmed al-Dschabari, begann, mehr als Schaukampf für das israelische Publikum gedacht ist denn als der Beginn einer Entscheidungsschlacht um den Gaza-Streifen.“

Israelisches PUBLIKUM? Publikum impliziert Passivität. Die Bevölkerung des Südens Israels lebt seit Tagen im Bunker, Frau Putz. Die Tötung eines Terroristen, Massenmörders und Hamas-Führers als Reaktion auf mehrwöchigen, starken Raketenbeschuss als Schaukampf zu bezeichnen, ist eine geistige Meisterleistung, Hut ab. Und welche Entscheidungsschlacht um Gaza meint sie? Etwa eine ähnliche Operation wie „Gegossenes Blei“ im Jahr 2008? Auch das war nur ein Krieg mit kurzfristiger Intention, denn eine Entscheidungsschlacht ist für Israel schlicht nicht möglich. Es sei denn, man entschließt sich dazu, riesige zivile Opfer in Kauf zu nehmen. Jedes Land der Welt würde das tun, um nicht weiter unter Raketenbeschuss zu leben. Israel ist – wie Frau Putz gut weiß – nicht wie jedes andere Land.

Nun, Ulrike Putz ist ein ganz besonders dummer Mensch. Dass sie dabei ausgerechnet die Gemäßigten unter uns verdrängt…

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11 Antworten zu Die wunderbare Welt der Ulrike Putz

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  2. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Leider ist die Putze nicht nur ganz besonders dumm, sondern auch vollständig würdelos, wie dieser Beitrag zeigt:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/mein-leben-als-auslaender-baby-unter-buerokraten-a-776942.html

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  7. Karlchen Kümmel schreibt:

    Ich frage mich, wieso du überhaupt SPON liest. Dass das ein Schundblatt ist, ist ja wirklich keine Neuigkeit (man erinnere sich z.B. an die Berichterstattung über die Schiffe, die die Seeblockade vor Gaza durchbrechen wollten). Stattdessen solltest du dich vielleicht lieber mit Artikeln aus Zeitungen wie der Zeit, FAZ, SZ, NZZ, Guardian, NYTimes, etc. befassen.
    Davon abgesehen ist Israels Weste möglicherweise nicht so weiß, wie du es gerne darstellst. Auch wenn Netanyahu den Konflikt nicht wegen der anstehenden Wahl angezettelt hat, so kommt er ihm doch definitiv gelegen. Dann gibt es auch noch die Rüstungsindustrie (Israel ist mittlerweile viertgrößter Waffenexporteur der Welt), die ihre Technik gerne in echten Kampfsituationen testet. Währenddessen wird im Westjordanland fleißig weiter gesiedelt, davon lenkt der Gazakonflikt natürlich auch ab und legitimiert es vielleicht sogar ein bisschen. Es gibt also genügend Kräfte, die ein Interesse daran haben, dass der Gazakonflikt nicht möglichst schnell auf Dauer gelöst wird.
    Über die Leiden der israelischen Bevölkerung wird übrigens auch berichtet, z.B. hier [0] bei der FAZ.
    Viele Grüße!

    [0] http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/luftalarm-in-tel-aviv-wegrennen-vor-der-angst-11964505.html

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  10. Emil Erlenmeyer schreibt:

    Ulrike Potz berichtet aus Israel? Nein, die gute Frau berichtet aus Beirut. Ob sie je in Israel war? Jedenfalls ist in Israel die Ansteckungsgefahr an Zoonose zu erkranken gering. In Israel gibts ja praktisch keine Zoophilie.

  11. esther schreibt:

    Und heute schreibt sie mal wieder einen Artikel im SPON (http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-zwangsverhuetung-fuer-aethiopische-juedinnen-a-880285.html)
    Vordergründig über empfängnisverhütende Massnahmen, die äthiopische Einwanderinnen ohne ihr Wisssen und ohne ihre Zustimmung verabreicht bekommen haben sollen. Ob dies tatsächlich der Fall ist und/oder war, wird derzeit in Israel untersucht, nachdem die Dreckschleuder „Haaretz“ genussvoll darüber in einem, selbstverständlich kostenpflichtigen, Beitrag berichtete.
    Ich verstehe die Intention ihres Geschreibsels aber so, dass sie viel eher darauf abzielt, Assoziationen zu den von den Nazis an Jüdinnen vorgenommenen Zwangssterilisationen zu erwecken.
    In ihrer Wahlheimat, dem Libanon gäbe es soviel zu berichten, was tagtäglich wirklich geschieht und was jederzeit belegbar ist. Aber nein, Frau Putz hat sich wie ein Blutegel an ihrem Hass auf Israel festgesaugt, sie kann gar nicht mehr anders!

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