1€ für die Ewigkeit

Der GEZ-Beitrag erhitzt seit einiger Zeit unsere Gemüter. Zu beobachten ist dabei eine formal interessante Debatte. Auf das Argument der Gegner, eine Zwangsgebühr sei nicht gerecht, erwidern die Befürworter, das Erste wäre immer noch besser als RTL. Offenbar wissen sie, oftmals Politiker, dass es ihnen nicht gelingen kann, das Prinzip an sich zu verteidigen. Der Begriff der „Demokratieabgabe“ ist grandios gescheitert; selten hat man solche Selbstüberschätzung fallen sehen.

Aber irgendein Argument wird man doch für die Zwangs-Gebühr finden können! Immerhin bringen ARD und ZDF ‚seriöse‘ Nachrichten, informieren uns Bürger und sind eine Plattform für ausgewogene Diskussionen zu gesellschaftlichen Themen. So, genug gelogen. Selbst wenn die Tagesschau wirklich eine gute Nachrichtensendung wäre und die Talkshows nicht furchtbar öde, vorhersehbar und immerzu gleich besetzt; selbst dann wäre eine solche Gebühr nicht zu rechtfertigen.

Denn als Bürger hat man erstens keinen Einfluss auf das Programm und ist zweitens dazu verpflichtet, zu zahlen, auch wenn man das Angebot nicht wahrnimmt. Aber das wissen Sie alles, Sie alle haben vermutlich schon einige Scherze zu diesem Thema gesehen. „Ich nehme null Brötchen, bitte. – Das macht dann 17,98€.“

Das zentrale Argument des Staates, die Qualität der öffentlich-rechtlichen Sender, ist nicht nur kein Gültiges, sondern darf auch keines sein. Und das Wichtigste an der Ungültigkeit dieses Arguments ist: Es ist keineswegs ehrlich gemeint.

Dem Staat geht es nicht darum, uns Bürger seriös zu informieren und anständig zu unterhalten. Es geht darum, diesen riesigen, teuren Apparat am Leben zu erhalten, überbezahlte Arbeitsplätze zu sichern und guten Freunden einen ordentlichen Posten zu bieten. Acht Milliarden Euro (8.000.000.000€) ist eine ansehnliche Summe, die Raum für Späße, Posten und Gehälter aller Art bietet.

Darum bemühte sich der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, MdB Ruprecht Polenz, um eine andere argumentative Herangehensweise und bediente sich eines alten Marketing-Tricks.

Eine Woche ZDF koste laut Polenz einen Euro, einschließlich der Nebenkanäle und allem, was das ZDF so mitfinanziert. Ein Trick, den BWL-Studenten in den ersten beiden Semestern lernen. Eine Summe so runterbrechen, bis sie plakativ und attraktiv wirkt. Der geneigte Leser erkennt eine Parallele zu den Angeboten der Mobilfunkanbieter, die Handy und Vertrag für einen Cent an den Mann bringen wollen.

Ebenso gut hätte Polenz eine Zeiteinheit fürs ZDF finden können, die auch einen Cent kostet und dann mit Megaphon durch die Straßen ziehen, „Nur 1 Cent!“ brüllen und sich über den Geiz der Bürger wundern, denen selbst ein Cent zu schade ist. Ob bewusst oder unbewusst – so verarscht man den Bürger, den man angeblich per Demokratieabgabe bilden und schützen möchte. Denn dieser läppische ZDF-Euro finanziert unter anderem die 10 Millionen  Euro, die Herr Jauch für seine wöchentliche Sendung jährlich verdient. Natürlich nicht nur dieser Euro an sich, denn eigentlich bezahlt man 215€ im Jahr, eine weniger schön klingende und somit nicht für Herrn Polenz‘ Argumentation geeignete Summe.

Es geht bei dieser Debatte nicht um das Programm von ARD und ZDF. Es geht darum, ob Sie dem Staat acht zwangsfinanzierte Milliarden gönnen, mit denen einige Wenige sich ein schönes Leben machen. Auf Ihre Kosten.

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