Wach auf, FDP!

Die FDP verliert keine Sekunde. Kaum ist der Vorstand zurückgetreten, hat sich ein neuer schon angekündigt. Voller guter Leute sei die Partei, auch Themen seien genug da und das liberale Wählerpotential bei 25%. Die einzig interessante Frage ist jedoch nicht, ob die FDP überleben wird oder wer sie wieder in den Bundestag führen kann. Es geht allein darum, ob die FDP zu einer liberalen Partei wird. Die Antwort auf diese Frage beeinflusst zwar einen möglichen Wiedereinzug in den Bundestag, aber angewiesen ist der Liberalismus auf den Bundestag nicht.

Doch die Parteisoldaten haben sich vom Liberalismus längst verabschiedet, oder sich – bestenfalls – von ihm entwöhnt. Schon die Fragen, die sie sich stellen, machen es deutlich. Es wird diskutiert, was die FDP braucht. Was Deutschland gut tut. Womit man sich arrangieren könnte, um als Partei zu überleben. Welche Kompromisse man eingehen könnte, um gewählt zu werden. Beschimpft werden sie als Säusel-Liberale, Weichei-Liberale oder Sozial-Liberale. Lassen wir das doch. Das sind keine Liberalen. Wer solche Fragen stellt, ist Sozialdemokrat, Konservativer oder Mitte. Was auch immer, aber kein Liberaler.

Ein Liberaler fragt sich nicht, was die Partei braucht oder das Land. Er verfolgt zuallererst seine eigenen Interessen, denn er weiß, dass jeder andere es auch tut. Der Liberale hat kein höheres Wohl im Sinn,  denn höheres Wohl wird immer zu Diktatur. Er weiß, dass man nichts opfern muss, damit es allen besser geht. Denn ‚alle‘ ist keine Masse, sondern ‚jeder Einzelne‘. Und wenn jeder Einzelne etwas opfert, geht es allen nicht besser.

Der Liberale schert sich nicht darum, gewählt zu werden. Liberalismus ist – nicht wie die Sozialdemokratie oder der Konservativismus – auf die Mission angewiesen. Der Liberale will in Ruhe gelassen werden, anstatt andere zu ihrem Glück zu zwingen. Und wenn das Volk nicht liberal ist, mauert der Liberale es auch nicht ein.

Dennoch ist der Liberalismus nicht genügsam. Er will nicht mittragen, wogegen er ist. Er will sich nicht darauf ausruhen, wogegen er kämpft. Eine Partei, die das deutsche politische System unterstützt, kann keine liberale Partei sein. Deshalb ist es für den Liberalismus besser, nicht im Bundestag vertreten zu sein, als in ihm verraten zu werden. Deutschland geht es ohne die FDP zweifellos schlechter, dem Liberalismus nicht.

Nun, FDP, wenn du eine liberale Partei bist, dann vergiss Wahlprognosen, vergiss andere Parteien, vergiss das politische System, vergiss das höhere Wohl, vergiss Deutschland, vergiss Europa. Liberale kämpfen nicht für Werte, denn sie selbst sind Werte. FDP, wir brauchen keine Ideologien, denn in uns selbst liegt alles, was wir wollen; liegt alles, was gut ist. Versuch nicht, dich zu zügeln, den Mensch zu zügeln. Lass ihn frei und vertrau ihm, anstatt ihn zu fürchten. Wenn ihm die Freiheit gefällt und er dich wählt, gut so. Wenn ihm die Freiheit Angst macht und er einen Käfig wählt, so wirst du untergehen. Aber bitte mit Würde.

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